Gründerjahre

So ist der erste Protokolleintrag der in schöner, gut lesbarer Handschrift aufgezeichneten Chronik. Der damalige Schriftführer, Wilhelm Ruess (), Hirschwirt, hat sich viel Arbeit gemacht. Die ersten Zeilen des Eintrages seien hier zitiert: „Im Frühjahr des Jahres 1929 unternahmen einige Freunde und Gönner der Musiksache den Entschluß, am hiesigen Orte eine Musik-Abteilung, in Form eines Quartetts, zu gründen. Den Anlass dazu gaben unsere beiden Musikfreunde Gottlob Alber () und Karl Schweizer (), die den Kern der edlen Sache mit gutem Erfolg ernteten, Am Sonntag, 28. April 1929 fand im Gasthaus zum „Hirsch“ die Gründungsversammlung statt, indem beschlossen wurde den Verein ins Leben zu rufen. Zu demselben hatten sich weitere Musikfreunde so z.B.:
1.) Gottlob Arnold
2.) Wilh. Ruess
3.) Albert Arnold
4.) Gotthold Kögler
5.) Ernst Gohl
6.) Richard Arnold
7.) Fritz Müller
eingefunden. Der Leiter der Versammlung richtete die Bitte an die Anwesenden treu und unverzagt an die Arbeit zu gehen, was mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurde. Die Hauptfrage mit der wir uns nun befassen mussten, war die Anschaffung von Instrumenten, zu diesem Punkte machte uns A. Wulle (+), Vaihingen, den Vorschlag, ihm den Kauf der Instrumentensache zu übertragen. Diese Sache wurde lebhaft zugestimmt und Herrn Wulle setzte sich mit dem Verwaltungs – Rat der Freiw. Feuerwehr Vaihingen in Verhandlung um einige Instrumente der aufgelösten Kappelle in Kauf zu nehmen. Nach kurzer Zeit war der Wunsch erfüllt u. am 2. Mai waren die Instrumente an Ort u. Stelle u. am 11. Mai fand die erste Musikstunde in dem von der Gemeinde freundlichst zur Verfügung gestellten Übungslokal im Obersielminger Rathaus statt. …".
Soweit zum Protokoll – Auszug.
Die Vereinsleitung setzte sich so zusammen:

Vorstand Gottlob Alber (), Schriftführer Wilhelm Ruess (), Kassier Gottlob Arnold (), Vizedirigent Karl Schweizer (), Dirigent war der Instrumenten-Einkäufer, Anton Wulle.

Das Ziel stets im Auge

So war alles bestens gerüstet, Musik in das Dorf zu bringen. Und es ist schon erstaunlich, in welch kurzer Zeit die Musiker an die Öffentlichkeit traten. Am 31. August 1929 und tags darauf wurden „Amerikaner“ verabschiedet. Auch hier wurde „aufrichtiger Dank gezollt und die Kapelle lies es sich nicht nehmen, durch fleißigen Besuch der Musikproben ihre Arbeit zu schätzen“, schrieb der Chronist. Auch dem damaligen Schultheißen Schurr wurde ein Ständle zu seiner Wiederwahl gewidmet (27. Oktober), dem sich „… gemütliche Unterhaltung“ im Gasthaus zum Löwen anschloss. Die erste Weihnachtsfeier wurde am 15. Dezember im Gasthaus Lamm abgehalten „… und die zahlreichen Gäste dankten mit lebhaftem Beifall…“ Am 26. Dezember wurde die Weihnachtsfeier des Turnvereines und am 31. in der Martinskirche der Gottesdienst musikalisch umrahmt. Das war schon ordentlich viel an Terminen für die junge Musikerschar. Aber das Ziel des neuen Vereines wurde deutlich sichtbar: Neben der Verbreitung der Volksmusik dazu beizutragen, das Gemeindeleben mit zu gestalten und den örtlichen Vereinen ein musikalisches Angebot zu bieten, zur Geselligkeit im Ort beizutragen.

Auch die folgenden Jahre standen ganz im Zeichen dieses Vereinszieles.

So wurden Tanzabende in den Sälen der Sielminger Gasthäuser angeboten, Ausflüge – auch zu Fuß – unternommen und Veranstaltungen der Turner und Sänger begleitet. Zu guter Letzt wurden ab 1930 bei der Weihnachtsfeier Theater – Stücke aufgeführt (Titel wie „Der Schuss im Erlengrund“ oder „Sielminger Eintracht“ sprechen für sich). Diese Tradition fand auch nach dem Kriege Fortsetzung und wurde insoweit ausgebaut, als es zunächst eine Weihnachtsfeier für Vereinsmitglieder und tags darauf eine für „die Öffentlichkeit“ gab. Das war ein gesellschaftliches Ereignis hohen Ranges. Auch der Fasnet wurde ab 1931 Vereinsaktivität zugewandt. Kappenabende in der Linde waren beliebtes Unterhaltungsangebot vieler Sielminger. Mit der Frühjahrsunterhaltung und dem Sommerfest wurden weitere Auftritte für die kleine Kapelle eingerichtet. Stets war der Verein darauf bedacht, neben Spenden durch solche Auftritte die Finanzierung zu sichern.

20 aktive Musiker sind es inzwischen geworden, die je Quartal einen Mitgliedsbeitrag von einer Mark entrichteten.

1932, im Mai, entboten die Musiker „… für die Gemeinde ein Platzkonzert…“. Aber auch weniger erfreuliches war zu verkraften. So steht im Protokoll: „Bei der Beerdigung unseres treuen Mitgliedes Fritz Weis (Schneider) seiner Frau wollten wir auch zur ewigen Ruhe ein paar Choräle darbringen, was uns aber von unserem Herrn Pfarrer leider untersagt wurde …“. Es hat wohl eine Weile gedauert, bis dieser Konflikt bearbeitet war. Jedenfalls spielten die Musiker künftig vor dem Trauerhaus und nahmen dort Abschied von den Verstorbenen. Und am 03. Juli dieses Jahres schrieb der FILDERBOTE: „Als äußeres Zeichen sei hier nur angeführt, dass unsere Filder – Musikvereine bei den großen Musikfesten im Lande zum größten Teil preisgekrönt, teils als erster Preisträger, nach Hause kamen. Neben … seien die rührigen Vereine … Sielmingen, … besonders erwähnt“.


I like very much this iPage Hosting Review because this is based on customer experience. If you need reliable web hosting service check out top list.

Joomla Templates designed by Best Cheap Hosting