Zeitzeugen berichten

Friedrich Ruess erzählt:

Das war schon ein Vergnügen, 1925/26 die zwölf hoffnungsfrohen Jungmusiker zu sehen, wie sie, flotte Klänge verbreitend, immer sonntags – aber nach der Kirche! – die Lange Strasse hinab marschierten, um zu proben. Sie trafen sich immer im Gasthof Hirsch. Dort waren Proben. Und von da aus haben sie dann auch ihre Marschformation geübt.

Für uns Jungen war das eine wahre Freude, neben der Musikantenschar her zu laufen, oder gar im Gleichschritt hinterher zu stapfen. Geführt vom Dirigenten Karl Adam () gab es da für uns – aber auch die Musikanten – gelegentlich einen ordentlichen Rüffel, haben wir doch mit unserem Feixen die Truppe auch ganz schön aus dem Tritt gebracht. Auch erinnere ich, wie die Musiker Sonntags zu Fuß zum Beispiel nach Stetten/Filder marschierten, um dort bei einem Fest aufzuspielen. Da war schon was gefordert, um sich zu treffen und auszutauschen.

 

Alois Nawratil erinnert:

1947 in Sielmingen angekommen, ging es zuerst einmal darum, sich eine neue Existenz aufzubauen. Mit Hilfe der Sielminger Bürgerinnen und Bürger und der Gemeindeverwaltung, allen voran der Gemeindepfleger  Robert Alber, gelang es ganz gut. Jetzt lag es an jedem selbst, wie die „Integration“ in die neue Wohnheimat stattfand. So auch bei mir; Kontakte zu anderen Flüchtlingen waren rasch geknüpft, es gab viele Gemeinsamkeiten.

Eines schönen Markttages auf dem Rathausplatz in Untersielmingen traf ich Johann Frank (†), geflohen wie ich, der mir über den Platz hinweg zu rief: „Da kommt auch so ein Flüchtling“. Schnell war das Gespräch in Gang gekommen über dies und über jenes und auch über unser beider Hobby: Blasmusik. Das Thema drang auch dem Alt-Sielminger Karl Bayha (†) ins Ohr der sich daraufhin einschaltete: „Do duat sich ebbes, wenn er Luscht hend, no kommeter am Mittwoch en der Hirsch“.

Gesagt getan. Mit mir waren dann dort versammelt Karl Bayha, der mich darauf aufmerksam gemacht hatte, Johann Frank, mein „Mitflichtleng“, Ernst Gohl (†), Wilhelm Rueß (†), beides Gründungsmitglieder, auch Karl Schweizer (†), der die Sache „im Griff“ hatte und eine Reihe anderer Musikbegeisterter aus  Sielmingen. Das war der erste Akt musikalischer Gemeinsamkeiten am neuen Wohnort. Mein Problem war aber, dass ich kein Instrument besaß. Kurzerhand lieh der Hirschwirt, Wilhelm Rueß, mir seine Trompete und fortan wurde Woche für Woche mittwochs im Hirsch die Musikprobe abgehalten. Dass das Repertoire schmal war, kann auch daran abgelesen werden, dass der damalige Vizedirigent Karl Schweizer Noten für die einzelnen Register von Hand ausfertigte, da mal abgeschrieben, dort mal aufnotiert. Diesem Beispiel folgte auch Hermann Baumgart (†).

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